Autorin Katja Hachenberg

Ein Weberschiffchen wird Sie durch meine Seiten führen…

In der Geschichte meiner Familie spielt mütterlicherseits der Name Weber eine große Rolle und vielleicht ist das einer der Gründe dafür, dass das Weben mich seit jeher fasziniert. Ich liebe die schönen Stoffe, wie ich die schönen Texte liebe – die diffizilen textilen Texturen und ästhetischen Gewebe.

Stoff und Sprache sind sich in vielerlei Hinsicht ähnlich. Die Wörter formen, wie die Fäden das Tuch, die Syntax. „Text“ und „Textil“ haben die gleiche Sprachwurzel, die „Weben“ bedeutet.

Die Metaphorik des Fadens und des Webens ist für mein Schreiben in besonderer Weise bedeutsam. Schreiben heißt für mich darauf vertrauen, dass der Faden der Sprache halten wird bis zum letzten Wort, dass er nicht reißt, der Text nicht ins Leere stürzt. Schreiben ist für mich der schicksalhafte Faden des Lebens – der rote Faden, der mein Leben durchzieht, wie auch der seidene Faden, an dem mein Leben hängt. Das Leben „hängt“ am Erzählen als an dem, was Vergangenheit und Zukunft schenkt. Traum und Fantasie, das stellt sich schreibend heraus, sind das Eigentliche, das Wirkliche am Ich. Sind das, was es unbedingt zu schützen gilt.

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Neu:

Mit der Literatur werden wir nie fertig. Ästhetik, Schreiben, Leben. Texte (Essays, Beiträge, Aufsätze) aus zwei Jahrzehnten (2001-2022). Aisthesis Verlag, Bielefeld 2023 (Reihe AISTHESIS Denkräume)

Die Kraft der Bilder. Der Anthropologe Philippe Descola zeichnet in seinem Opus magnum „Die Formen des Sichtbaren“ ein fulminantes Tableau der Figurationen. In: Literaturkritik.de, August 2023

Die Bedingungen des Schreibens und der Kampf um Sichtbarkeit. Tillie Olsen bringt in ihrem Essay schweigende Stimmen in der Literatur zu Gehör. In: Literaturkritik.de, Januar 2023

Katzen – Meister der Veränderung und Metamorphose … Lesen Sie hierzu meine im November 2022 in der Anthologie „Mordstiere“ publizierte Geschichte „Bandito“, die ich meinem welt-besten Kater Mikesch gewidmet habe.

April 2022: Mein Essay Krankheit, Krieg und Existenz. Mohannad Abou Shoaks Studie zu Karl Jaspers als Arzt, Patient und Philosoph, gelesen unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ist erschienen.

Gedanken zu einer Ästhetik des Taktilen: Marlen Haushofers Roman Die Wand. Essay. In: Zeitschrift Ästhetische Bildung, Heft Handkontakt, Jg. 13, 2021, Nr. 1

„Der japanische Junge“ in „Brückenschlag Deutsch“, Westermann, 2019, S. 26 ff.